Herwart Wilms übernimmt FEAD-Präsidentschaft

BDE gratuliert zum Amtsantritt und setzt auf enge europäische Zusammenarbeit

Berlin/Brüssel, Januar 2026 – Herwart Wilms, Geschäftsführer der REMONDIS Services International GmbH und ehemaliger Vizepräsident des BDE, hat turnusgemäß zum 1. Januar 2026 das Amt des Präsidenten der FEAD (European Waste Management Association) übernommen. Er folgt auf die bisherige Präsidentin, die Italienerin Claudia Mensi.

Die geschäftsführende Präsidentin des BDE, Anja Siegesmund, gratulierte Wilms zum Amtsantritt und betonte die Bedeutung der neuen Präsidentschaft für die europäische Kreislaufwirtschaft:
„Der Amtsantritt von Herwart Wilms als FEAD-Präsident ist ein starkes Signal für die private Kreislaufwirtschaft in Europa. Ich gratuliere ihm herzlich zu dieser Aufgabe und bin überzeugt, dass er die Interessen der Branche auf europäischer Ebene mit großer Sachkenntnis und Klarheit vertreten wird.“

Die FEAD ist der europäische Dachverband der privaten Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft. Sie vereint 20 nationale Verbände mit rund 3.000 Unternehmen und vertritt deren Interessen gegenüber den europäischen Institutionen.

Kreislaufwirtschaft als industrie- und klimapolitischer Schlüssel

Als FEAD-Präsident will Herwart Wilms die Rolle der Kreislaufwirtschaft im europäischen Transformationsprozess weiter stärken. Dabei steht für ihn außer Frage, dass zentrale Rahmenbedingungen für die Branche zunehmend auf EU-Ebene festgelegt werden.

„Immer mehr regulatorische Entscheidungen mit direkter Wirkung auf unsere Unternehmen werden in Brüssel getroffen. Umso wichtiger ist es, dort geschlossen, faktenbasiert und konstruktiv für leistungsfähig, privatwirtschaftlich organisierte, kreislaufwirtschaftliche Lösungen einzutreten“, so Wilms.

Im Mittelpunkt seiner Präsidentschaft stehen offene Märkte, faire Wettbewerbsbedingungen und verlässliche Investitionsbedingungen für Recycling- und Ressourcenschutz. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Potenziale der Kreislaufwirtschaft besser zu erschließen und zugleich einen wirksamen Beitrag zu Klima- und Ressourcenschutz zu leisten. Dabei gilt es insbesondere, unfairem Wettbewerb zwischen privaten und öffentlichen Entsorgungsbetrieben und der zunehmenden Ausweitung von interkommunalen Kooperationen und sogenannten In-House-Geschäften der öffentlichen Entsorgungsträger durch wettbewerbsorientierte, markwirtschaftliche Lösungen Alternativen zu bieten.

Zudem will Wilms die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit der nationalen Verbände der Entsorgungswirtschaft innerhalb der FEAD stärken. „Zwar gibt es in einzelnen Teilaspekten aufgrund der jeweiligen nationalen Traditionen unterschiedliche Positionen innerhalb der FEAD, aber im Grunde sind sich alle Mitglieder einig, dass das Recycling gestärkt und die Kreislaufwirtschaft vorangebracht werden muss und dass es die privaten Entsorgungsunternehmen sind, die das mit ihrem Know-How und ihren Anlagen erreichen können; dafür müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen stimmen und einen freien und fairen Wettbewerb ermöglichen – und dafür werden wir gemeinsam kämpfen“, zeigte sich Wilms zuversichtlich.

Gemeinsame Positionen von BDE und FEAD

BDE und FEAD vertreten übereinstimmend die Auffassung, dass Europa seine Klima-, Umwelt- und Resilienzziele nur mit einer starken Kreislaufwirtschaft und nur durch die private Entsorgungswirtschaft erreichen kann. Vor diesem Hintergrund fordern beide Verbände eine zügige und ambitionierte Ausgestaltung des geplanten Circular Economy Act der EU-Kommission.

Anja Siegesmund erklärte:
„Der Circular Economy Act muss zu einem zentralen industrie- und klimapolitischen Instrument werden. Er sollte verbindliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von Rezyklaten schaffen, faire Wettbewerbsbedingungen sichern und Investitionen in Recycling und Ressourceneffizienz gezielt stärken.“

Rückenwind aus Brüssel konsequent nutzen

Die jüngsten Signale aus Brüssel, unter anderem aus der Rede zur Lage der Union von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, bewertet der BDE positiv. Die angekündigte stärkere Fokussierung auf Kreislaufwirtschaft und industrielle Resilienz unterstreiche die wachsende politische Bedeutung des Themas.

Eine leistungsfähige Kreislaufwirtschaft stärkt die Rohstoffsicherheit, erhöht die Wertschöpfung in Europa und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Diese Potenziale müssten nun konsequent durch geeignete europäische Rahmenbedingungen gehoben werden.

Fairer Wettbewerb als Voraussetzung für Investitionen

Ein zentrales Anliegen der neuen FEAD-Präsidentschaft ist die Herstellung fairer Wettbewerbsbedingungen. BDE und FEAD sprechen sich dafür aus, bestehende strukturelle Vorteile für Primärrohstoffe abzubauen und Recyclingmaterialien systematisch zu stärken. Dazu gehört der gezielte Einsatz europäischer Anreize zur Förderung von Rezyklatmärkten. Zudem muss ein fairer Wettbewerb zwischen privaten und öffentlichen Entsorgungsunternehmen gewährleistet werden. Dazu müssen Privilegien für öffentliche Entsorgungsunternehmen bei der Umsatzsteuer abgeschafft und die Ausnahmen für öffentlich-öffentliche Kooperationen und In-House-Geschäfte vom Vergaberecht eingeschränkt werden.

Gemeinsamer Appell an die EU-Kommission

Zum Amtsantritt von Herwart Wilms bekräftigen BDE und FEAD ihren gemeinsamen Appell an die EU-Kommission, die Kreislaufwirtschaft als zentralen Bestandteil der europäischen Industrie-, Klima- und Wettbewerbspolitik zu verankern.

„Eine starke Kreislaufwirtschaft ist Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und industrielle Wertschöpfung in Europa. Darauf werden wir gemeinsam aufbauen“, so Siegesmund und Wilms.

Kontakt

Dirk Böttner-Langolf

Leitung Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Schlagworte