Gemeinsame Pressemeldung BDE, BDG, BKRI und BVK: Branchenübergreifender Industrieappell zur Aufnahme weiterer Sektoren in den Industriestrompreis
Anlässlich des anstehenden Koalitionsausschusses wirbt ein branchenübergreifendes Industriebündnis für die Aufnahme weiterer Sektoren in den Industriestrompreis. „Die Stromgestehungskosten und Netzentgelte haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, was die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie massiv gefährdet. Die Folgen: Investitionen bleiben aus und Planungssicherheit nimmt ab. Zunehmender Importdruck, schwächelnde Exporte und ein nachlassender Binnenkonsum schränken die Handlungs- und Investitionsspielräume der Unternehmen zudem ein“, heißt es in dem Brief. Die Hauptgeschäftsführer der zeichnenden Verbände appellieren an die Bundesregierung ihrer Zusage, besonders gefährdete Industriesektoren aufzunehmen, nachzukommen.
„Die Industrie muss sich auf Zusagen der Bundesregierung verlassen können“, mahnt Martin Ogilvie, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie. „Unsere Industrien haben gezeigt, dass sie in besonderem Maße gefährdet sind. Der Industriestrompreis ist eine wichtige Maßnahme, um neben der Wettbewerbsfähigkeit auch die Transformation zu unterstützen. Klar ist, Strom ist immer noch deutlich zu teuer. Unter diesen Voraussetzungen sind Investitionen in Carbon Management nicht wettbewerbsfähig.“
„Keramische Rohstoffe und Industrieminerale „Made in Germany“ sind unverzichtbare Grundstoffe für Innovation und Transformation. Unsere Unternehmen stehen im internationalen Wettbewerb und sind auf wettbewerbsfähige Strompreise angewiesen“, betont Dr. Matthias Schlotmann, Geschäftsführer des Bundesverbandes Keramische Rohstoffe und Industrieminerale.
„Die Sektorenerweiterung um Ton und Kaolin ist daher ein wichtiger Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Grundstoffindustrien zu erhalten. Sie schafft Vertrauen in den Industriestandort Deutschland und ist ein klares Bekenntnis zur heimischen Rohstoffgewinnung.“
Dr. Martin Theuringer, Hauptgeschäftsführer des BDG stellt zudem klar: „Unsere Mitglieder investieren in Elektrifizierung und Kreislaufwirtschaft und brauchen zwingend wettbewerbsfähige Strompreise. Wenn die Bundesregierung zusätzliche Branchen ausdrücklich zur Prüfung auffordert und die Voraussetzungen nachgewiesen werden, muss daraus auch eine Konsequenz folgen. Andernfalls verlieren Unternehmen das Vertrauen in die Verlässlichkeit politischer Zusagen. Das wäre in der aktuellen Situation ein verheerendes Signal.“
„Die Kreislaufwirtschaft ist essenziell, um den Produktionsstandort Deutschland resilient aufzustellen. Der Industriestrompreis ist unverzichtbar, damit Kreislaufwirtschaft in Deutschland wettbewerbsfähig betrieben und Investitionen angestoßen werden können“, macht Dr. Andreas Bruckschen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) deutlich.