Brüssel, 30. Juni 2026 – Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Batterien entwickeln sich zu einem massiven Sicherheitsrisiko für Menschen, Betriebe und die Kreislaufwirtschaft in Europa. Beim parlamentarischen Frühstück im Europäischen Parlament haben der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft und Denuo heute Vertreterinnen und Vertreter aus Europäischem Parlament, Europäischer Kommission, Industrie, Feuerwehr sowie Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft zusammengebracht, um über wirksame europäische Lösungen gegen Batteriebrände in Sammelfahrzeugen, Sortieranlagen, Recyclingbetrieben und weiteren Entsorgungsanlagen zu beraten.
Die Veranstaltung fand auf Initiative der Europaabgeordneten Pascal Arimont (EVP, Belgien) und Grégory Allione (Renew Europe, Frankreich) statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Europa seine Recycling- und Entsorgungsinfrastruktur besser vor Bränden schützen kann, die durch falsch entsorgte Batterien und Akkus ausgelöst werden.
Lithium-Ionen-Batterien sind heute in zahlreichen Alltagsprodukten verbaut – von Smartphones, Laptops und elektrischen Zahnbürsten über Spielzeug und E-Zigaretten bis hin zu kleinen Haushaltsgeräten. Werden diese Produkte nicht getrennt erfasst, sondern über Restmüll, Altpapier, Metallschrott oder andere Abfallströme entsorgt, können sie in Sammelfahrzeugen, Sortieranlagen und Recyclingbetrieben erhebliche Schäden verursachen.
Besonders kritisch wird es, wenn Batterien bei Sammlung, Sortierung oder Behandlung mechanisch beschädigt, zusammengedrückt oder zerkleinert werden. Dann können sie sich entzünden und Brände auslösen. Solche Ereignisse gefährden Beschäftigte, Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Anwohnerinnen und Anwohner. Zugleich führen sie zu hohen Sachschäden, steigenden Versicherungsrisiken und erheblichen Belastungen für die Funktionsfähigkeit der Kreislaufwirtschaft.
Studien und Erhebungen aus Deutschland und Österreich zeigen, dass falsch entsorgte Batterien und Akkus ein wachsendes Brandrisiko für die Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft darstellen. Besonders betroffen sind Sammelfahrzeuge, Lagerbereiche, Sortieranlagen, Recyclingbetriebe und weitere Abfallbehandlungsanlagen. Analysen des Restmülls zeigen zudem, dass weiterhin erhebliche Mengen an Batterien und Akkus nicht getrennt gesammelt werden. Besonders problematisch ist der zunehmende Anteil lithiumhaltiger Batterien, da sie bei mechanischer Belastung ein hohes Brandrisiko darstellen.
BDE und Denuo sprechen sich deshalb für ein europäisch abgestimmtes Maßnahmenpaket aus:
Der BDE sensibilisiert Verbraucherinnen und Verbraucher bereits seit Jahren mit der Kampagne „Brennpunkt: Batterie“ für die richtige Entsorgung von Batterien und Akkus. Die Kampagne macht deutlich: Batterien und Akkus gehören niemals in die Abfalltonne, sondern müssen über die dafür vorgesehenen Sammelstellen zurückgegeben werden.
Das Thema steht inzwischen auch auf europäischer Ebene deutlich stärker im Fokus. Im Umweltrat der Europäischen Union wurde Ende vergangenen Jahres auf Initiative Österreichs über die Gefahren falsch entsorgter Lithiumbatterien und über die mögliche Einführung eines EU-weiten Batteriepfands beraten. Aus Sicht von BDE und Denuo muss diese Diskussion nun dringend in konkrete politische Maßnahmen überführt werden.
Pascal Arimont, Mitglied des Europäischen Parlaments:
„Die heutige Diskussion hat eines sehr deutlich gemacht: Das wachsende Brandrisiko durch unsachgemäß entsorgte Lithiumbatterien ist eine europäische Herausforderung, die eine europäische Antwort erfordert. Wir brauchen bessere Sammelsysteme, eine stärkere erweiterte Herstellerverantwortung und klare Anreize, Batterien aus dem Restmüll herauszuhalten. Die Europäische Kommission sollte nun zügig vom Anerkennen des Problems zur Vorlage konkreter Legislativvorschläge kommen. Jeder Tag Verzögerung bedeutet mehr Batterien im Restmüll und mehr vermeidbare Brände in Europa.“
Dr. Christian Suhl, Geschäftsführer und Leiter des Brüsseler Büros des BDE:
„Batteriebrände machen nicht an nationalen Grenzen halt – und die Lösungen dürfen es ebenfalls nicht. Entsorgungs- und Recyclingunternehmen in ganz Europa sind denselben Risiken ausgesetzt. Wir brauchen einen harmonisierten europäischen Rechtsrahmen, der Brände verhindert, die sichere Sammlung von Batterien stärkt und die Kosten fair verteilt.“
Aarnout Ecker, General Manager von Denuo:
„Der Übergang zu einer kreislauforientierten und elektrifizierten Gesellschaft darf nicht zu neuen Sicherheitsrisiken führen. Europa verfügt über die notwendigen Instrumente, um dieses Problem zu lösen. Jetzt ist es an der Zeit, sie konsequent einzusetzen.“
Über Denuo
Denuo ist der belgische Arbeitgeberverband der privaten Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft. Gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen setzt sich der Verband für eine zirkuläre Zukunft ein, in der Abfälle als wertvolle Rohstoffe für neue Produkte genutzt werden. Weitere Informationen unter: www.denuo.be
Über den BDE
Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V. wurde 1961 gegründet und ist der Branchenverband der deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft. Die Mitgliedsunternehmen des BDE repräsentieren 75 Prozent des privatwirtschaftlich erbrachten Umsatzes in den Wirtschaftszweigen Abwasserentsorgung, Sammlung, Behandlung, Beseitigung und Recycling von Abfällen sowie Beseitigung von Umweltverschmutzungen und sonstige Entsorgung. Weitere Informationen unter: www.bde.de
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