Die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung bestätigt: Deutschland zählt weltweit zu den führenden Standorten für Technologien der Kreislaufwirtschaft. Bei der wirtschaftlichen Relevanz der Patente nimmt Deutschland eine internationale Spitzenposition ein.
Gleichzeitig zeigt die Analyse eine deutliche internationale Dynamik. Insbesondere China, aber auch Südkorea und Japan, steigern ihre Innovationsaktivitäten im Bereich zirkulärer Technologien erheblich schneller als Deutschland. Der Vorsprung besteht – er ist jedoch nicht selbstverständlich.
„Die Studie belegt die technologische Stärke Deutschlands. Entscheidend ist nun, ob wir diesen Vorsprung industriell nutzen. Innovationsführerschaft muss sich in Marktführerschaft übersetzen – sonst verlieren wir an Wettbewerbsdynamik“, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des BDE Dr. Andreas Bruckschen.
Umsetzung entscheidet über industrielle Wertschöpfung
Aus Sicht des BDE kommt es jetzt auf die zügige und stringente Umsetzung des Aktionsprogramms zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie an. Technologische Kompetenz allein reicht nicht aus. Es braucht investitions- und marktwirksame Rahmenbedingungen.
Konkret bedeutet das:
„Andere Volkswirtschaften beschleunigen ihre Innovationspolitik deutlich. Wenn politische Entscheidungen hierzulande verzögert werden, droht nicht der Verlust von Ideen – sondern der Verlust industrieller Umsetzungskraft“, so Dr. Bruckschen.
Kreislaufwirtschaft als strategisches Innovationsfeld
Im BDI-Innovationsindex gehört die Kreislaufwirtschaft zu den innovationsstärksten Transformationsfeldern Deutschlands. Im internationalen Innovationsranking insgesamt liegt Deutschland jedoch nur im Mittelfeld (Rang 14).
Diese Gegenüberstellung verdeutlicht das strategische Potenzial der Kreislaufwirtschaft für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts – und die Notwendigkeit, dieses Innovationsfeld industriepolitisch noch konsequenter zu stärken.
„Die Kreislaufwirtschaft ist Innovationsmotor, Resilienzstrategie und Rohstoffsicherungsinstrument zugleich. Jetzt entscheidet sich, ob Deutschland seine technologische Stärke systematisch in industrielle Wettbewerbsfähigkeit überführt. Dafür braucht es klare Prioritäten und Tempo in der Umsetzung“, so Dr. Bruckschen abschließend.