Keine Akkus einwerfen- Batteriekampagne in Rostock gestartet

Die Stadt Rostock und der BDE machen auf Gefahren durch falsch entsorgte Batterie aufmerksam

21.09.2021

Die City-Light-Kampagne der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft ist am heutigen Dienstag angelaufen. BDE- Präsident Peter Kurth und der Leiter des Bereichs Abfallwirtschaft der Stadt Rostock, Matthias Welk, haben die Aktion am Mittag eröffnet. Für mindestens vierzehn Tage werden mehr als 88 Werbetafeln ein Motiv der BDE- Batteriekampagne im gesamten Rostocker Stadtgebiet zeigen. Zu sehen ist ein verkohlter Abfallbehälter, der durch eine Lithium-Batterie in Brand geraten ist.

 „Rostock ist die bisher erste Großstadt, die ihre städtischen Werbeflächen für diese wichtige, gemeinsame Aufmerksamkeitskampagne zur Verfügung gestellt hat. Es wäre schön, wenn andere Städte folgen würden“, erklärte BDE- Präsident Kurth anlässlich des Kampagnenstarts.

Mit der Aktion wollen die Stadt Rostock und der BDE gemeinsam auf die Gefahren durch falsch entsorgte Batterien und Lithium-Ionen- Akkus aufmerksam machen.

Der Kampagnenstart erfolgte heute im Rahmen der Neueröffnung der Recyclinganlage von Veolia in Rostock. Die Anlage musste neu errichtet werden, nachdem sie im Juni 2018 durch ein Feuer komplett zerstört wurde. Als Brandauslöser kommt eine falsch entsorgte Lithium-Ionen-Batterie in Betracht.

Für Entsorgungsunternehmen sind falsch entsorgte Batterien und Akkus ein gravierendes Problem. Im Schnitt brennt in Deutschland jede Woche mindestens ein Müllwagen oder eine Recyclinganlage - oftmals aufgrund falsch entsorgter Batterien. Kurth dazu: „Es grenzt an ein Wunder, dass es in Deutschland noch keine Todesfälle gab - anders als in Österreich.“

Deshalb hatte der BDE gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr die Aktion „keine Akkus einwerfen“ gestartet. Seit Juli 2020 machen Verband und Unternehmen mit verschiedenen Aktionen auf die Gefahren durch fehlentsorgte Akkus und Batterien aufmerksam. So wurde u.a. eine eigene Landingpage geschaltet, auf der nützliche Informationen und ein Filmclip rund um die Gefahren durch falsche Entsorgung, aber auch Tipps zur richtigen Batteriebehandlung zu finden sind. Zentraler Punkt der Kampagne ist eine Aufkleberaktion. Bis heute wurden in Deutschland rund 850.000 Warnaufkleber auf Abfalltonnen und Behältern angebracht, die vor dem Einwurf von Batterien und Akkus warnen sollen.

In seiner Rede bei der Eröffnung betonte Kurth die Notwendigkeit einer sachgerechten Batterieentsorgung und eines optimalen Batterierecyclings. Dabei gehe es nicht nur um den Schutz vor Gefahren durch Falschentsorgung, sondern auch um die Wiederverwendung der Batteriebestandteile als Recyclingrohstoffe. So fordert der BDE auf EU- Ebene eine Recyclingquote von 80 Prozent für Batterien und Akkus - anders als die Europäische Kommission, die in einem Verordnungsentwurf eine Zielvorgabe von 45 Prozent vorsieht.

Peter Kurth: „Eine Optimale Batterieentsorgung wird ohne eine europaweite Pfandpflicht nicht auskommen. Nur durch einen wirtschaftlichen Wert für Batterien werden wir eine bestmögliche Rückführung in den Kreislauf erreichen. Batterien sind eine wichtige Rohstoffquelle und sie sind ein erhebliches Brandrisiko. Hier müssen alle Anstrengungen für eine ordnungsgemäße Entsorgung deutlich verstärkt werden.“

Kontakt

Bernhard Schodrowski

Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit