Umwelteffizienznormung in der Entsorgungslogistik

Die Branche auf dem Weg zur standardisierten Energieverbrauchsangabe in der Logistik, im kommunalen Betrieb und im Straßenbetriebsdienst

31.12.2019

Wer von Umwelteffizienz spricht, muss sie messbar machen – transparent und verständlich. Denn negative Umweltwirkungen lassen sich nur dann nachhaltig reduzieren, wenn die zugrundeliegenden Einflussgrößen systematisch ausgewiesen werden. Dass hierfür zunächst methodisch abgesicherte Referenzwerte und Standards definiert werden müssen, versteht sich fast von selbst. Schließlich können konkurrierende Technologien nur auf diese Weise sachgerecht beurteilt und verglichen werden.

Während in der Pkw-Branche vergleichende Bewertungen dieser Art zumindest in Teilbereichen längst Realität sind, wurde ein einheitliches Testverfahren für die verschiedenen Fahrzeugeinsatzbereiche der Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft, mit dem ein Vergleich der Energieverbräuche erfolgen kann, erst in den letzten Jahren entwickelt.

Die Beschaffungsrichtlinie RL 2009/33/EG über die Förderung sauberer und energieeffizienter Straßenfahrzeuge verlangt, dass öffentliche Auftraggeber und Sektorenauftraggeber beim Kauf von Fahrzeugen die Umwelt- und Energieauswirkungen über die gesamte Lebensdauer berücksichtigen. Die Basis für das Monitoring & Reporting schwerer Nutzfahrzeuge kann mit dem eigens hierfür entwickelten Simulationsprogramm VECTO beschrieben werden.

Ab Januar 2019 müssen Nutzfahrzeughersteller auf Grundlage von VECTO zertifizierte Daten zum Verbrauch ihrer Fahrzeuge herausgeben.

Der Prüfzyklus aus der DIN SPEC 30752‑1 „Abfallsammelfahrzeuge ‑ Umwelteffizienz - Teil 1: Anforderungen an das Prüfverfahren zur Energieverbrauchsmessung im Sammelgebiet“ wurde bereits in die VECTO Software integriert. Somit erlauben die nach umfangreichen Praxis- und Simulationstests gewonnenen Erkenntnisse der Branche eine objektive und nachvollziehbare Bewertung der einzusetzenden Fahrzeuge. Weitere Testverfahren für Kommunale- und Straßenbetriebsdienstfahrzeuge folgen in nächster Zukunft.

Die mit der DIN SPEC 30752-1 vorliegende Spezifikation legt ein einheitliches reproduzierbares Testverfahren für verschiedene Antriebseinheiten, Fahrgestelle, Aufbauten sowie Schüttungen der in der DIN EN 1501 (alle Teile) beschriebenen Abfallsammelfahrzeuge fest, mit dem ein Vergleich der Energieverbräuche erfolgen kann. Die Spezifikation definiert Kriterien für ein Referenzrevier respektive für eine synthetische Tour (Teststrecke). Dies dient dazu, eine repräsentative Teststrecke beziehungsweise Prüfstandszyklus festzulegen, mit welchen die Energieverbräuche der zu untersuchenden Abfallsammelfahrzeuge in reproduzierbaren Testfahrten/Prüfstandsläufen ermittelt und vergleichbar gemacht werden können. Das zuständige Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 051-03-06 AA "Umwelteffizienzklassen für Kommunalfahrzeuge" im DIN-Normenausschuss Kommunale Technik (NKT).

Kontakt

Sandra Giern

Abfallbehandlung, Logistik und Sonderabfallwirtschaft

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