BDE zum Welterschöpfungstag: Nicht an die Plünderung unseres Planeten gewöhnen

Verband besorgt über den Ressourcenverbrauch - Politik muss Mindestquote für Rezyklateinsatz verbindlich festlegen

21.08.2020

Der Präsident des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V., Peter Kurth, hat sich anlässlich des morgigen Welterschöpfungstages besorgt über den weltweit ungebremsten Verbrauch natürlicher Ressourcen geäußert und auf die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft zur Ressourcenschonung hingewiesen. Gleichzeitig mahnte er gesetzliche Regelungen zum verpflichtenden Rezyklateinsatz an.

„Der Welterschöpfungstag erinnert uns an das Phänomen, dass die Menschheit seit einem halben Jahrhundert jährlich ab einem bestimmten Tag über ihre Verhältnisse lebt und mehr natürliche Ressourcen verbraucht als nachwachsen können. In diesem Jahr beginnen wir am 22. August damit, die Ressourcen unserer Nachkommen zu verbrauchen. Deshalb ist dieser Augusttag ein trauriges Datum“, sagte Kurth am Freitag in Berlin.

Nach Ansicht des BDE-Präsidenten soll dieser Tag das Bewusstsein wecken, dass der Umbau der Wirtschaft vom linearen zum nachhaltigen Wirtschaften, zum Prinzip der Kreislaufwirtschaft, endlich beherzt angegangen werden muss. Dabei müssen natürliche Ressourcen, die als Primärrohstoffe in den Kreislauf kommen, nach Nutzung und anschließender Aufbereitung als Recyclingmaterial weiter in der Produktion Verwendung finden und somit im Kreislauf bleiben. So entsteht eine Kreislaufwirtschaft, die natürliche Ressourcen schont,  Energie spart und das Klima schützt.

Die Zahlen sprechen für sich: Allein eine Verdoppelung des nicht energetischen Rezyklateinsatzes in Deutschland von derzeit ca. 15 Prozent hätte neben dem Einspareffekt bei den natürlichen Rohstoffen auch eine zusätzliche CO2-Einsparung von 60 Millionen Tonnen zur Folge.

Kurth: „Schon jetzt sehen wir, wohin der globale Raubbau bei natürlichen Rohstoffen führt. Das Klima und die Umwelt halten diese weltweiten Belastungen nicht länger aus. Was muss noch passieren, damit die Politik endlich umsteuert, die Erdausbeutung beendet und auf das Prinzip der Kreislaufwirtschaft setzt? Eine sehr gute Entsorgungsstruktur macht noch keine Kreislaufwirtschaft. Die EU scheint dies erkannt zu haben und will mit dem Green Deal Akzente setzen, während sich die deutsche Bundesregierung auf den reibungslos funktionierenden deutschen Entsorgungsstrukturen ausruht. Die Politik muss endlich aufwachen und mit gesetzlichen Regelungen die Voraussetzungen schaffen, dass Ressourcen nicht mehr verbraucht, sondern gebraucht und im Kreislauf gehalten werden. Die Einführung einer gesetzlichen Rezyklatmindesteinsatzquote wäre ein wirksamer Hebel und ein vernünftiger Schritt zu einer Kreislaufwirtschaft, die diesen Namen auch verdient.“

Am morgigen 22. August sind rechnerisch die nachhaltig nutzbaren Ressourcen der gesamten Erde für das Jahr 2020 verbraucht. Damit rückt der Tag coronabedingt drei Wochen nach hinten: Im vergangenen Jahr war der Welterschöpfungstag am 29. Juli.

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Bernhard Schodrowski

Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit