Thermische Abfallverwertung

Die thermische Behandlung von Abfällen in Müllverbrennungsanlagen, Ersatzbrennstoffkraftwerken und in der Mitverbrennung in Kohlekraftwerken und Zementwerken ist ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft, da bei der Herstellung wertvoller Recyclingrohstoffe immer Sortierreste entstehen, welche durch eine hochwertige thermische Behandlung zur Erzeugung von Energie und Wärme genutzt werden können.


Abfallhierarchie


Die Kreislaufwirtschaft legt großen Wert darauf, Rohstoffe und Energie effizient einzusetzen. Um den Umgang mit Abfällen sicherzustellen sowie deren Prioritäten festzulegen, verpflichtet der Gesetzgeber in § 6 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) zur Einhaltung der fünfstufigen Abfallhierarchie: Abfallvermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwertung, Recycling, sonstige Verwertung und Beseitigung von Abfällen. Abfallrecycling hat somit in der Kreislaufwirtschaft Vorrang vor der sonstigen Verwertung, insbesondere der thermischen Verwertung von Abfällen.


Aufgaben der thermischen Behandlung


Durch die Behandlung werden in Deutschland Abfälle ordnungsgemäß und schadlos auf höchstem technischem Niveau entsorgt. Es erfolgt eine maßgebliche Reduzierung des abzulagernden Abfallvolumens und ein dauerhafter Ausschluss von Schadstoffen aus dem Stoffkreislauf durch die Immobilisierung in inerten Rückständen.

Durch eine deutliche Unterschreitung der Emissionsgrenzwerte der 17. Verordnung zumBundesimmissionsschutzgesetzes, erfolgt eine Minimierung der Schadstoffemissionen.

Weiterhin wird die durch den Verbrennungsprozess frei gesetzte Wärme zur Auskopplung von Strom und Fernwärme oder Prozessdampf genutzt. Werden die EU-weit vorgegebenen Energieeffizienzkriterien der thermischen Abfallbehandlung eingehalten, spricht man von einer „energetischen Verwertung“ der Abfälle. Somit leisten moderne Anlagen, durch Substitution fossiler Energieträger, ihren Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Rückführung verwertbarer Metalle in den Stoffkreislauf sowie die Nutzung mineralischer Abfälle (z. B. Schlacke) als Baustoff wird auch ein wesentlicher Beitrag zum Ressourcenschutz realisiert.